Im 5. und letzten Teil der SEO Marketing Reihe geht es um Links & Backlinks, also die interne und externe Verlinkung Ihrer Webseite und deren HTML-Seiten. Insbesondere der Backlinkaufbau kann beachtliche Wirkungen auf das SEO Marketing haben, betrachtet man beispielsweise die Suche nach dem Wort “hier”. Bei dieser Suche landet eine HTML-Seite aus dem Hause Adobe auf Platz 1 bei Google, obwohl auf dieser Seite das Keyword “hier” nicht einmal im Titel, den Überschriften oder im Text selbst erscheint. Wie das nur mit Backlinkaufbau möglich ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die interne Verlinkung haben Sie im Gegensatz zum Backlinkaufbau vollständig in Ihrer Hand, trotzdem wird dieser Bestandteil des SEO Marketing vielfach sträflich vernachlässigt. Zu Unrecht, denn mit einer intelligenten internen Verlinkung begeistern Sie Ihre Besucher für weitere Themen und Produkte und helfen Google gleichzeitig bei der Indexierung Ihrer Seiten. Aber vor allem hebt eine gute interne Verlinkung die für das SEO Marketing negativ wirkende hierarchische Struktur Ihrer Webseite auf. Einfach gesagt wird dadurch jede Seite von jeder Seite aus schneller erreichbar. Auch der für viele noch wichtige PageRank wird dadurch besser untereinander vererbt.

Achten Sie deshalb darauf, dass Sie Ihren Besuchern auf allen Ihren Seiten weitere passende Themen- und Produkt-Angebote per Link machen. Diese sollten idealerweise passend in Ihre Inhalte eingebunden werden. Die vielfach noch genutzte Linkliste ganz am Ende einer Seite wird von Google nicht mehr gewertet und bringt auch Ihren Besuchern keinen Mehrwert.

Die Optimierung der internen Verlinkung empfiehlt sich insbesondere für Ihre prominentesten und wichtigsten Links: Ihre Navigation. Hierin sollten sich Ihre wichtigsten Themen und Produkte wiederspiegeln, da sie für Besucher und für Google eines der wichtigsten Elemente Ihrer Webseite ist.

Ihre Besucher sind mit einem bestimmten Interesse auf Ihre Webseite gekommen und erwarten, dort eine Antwort zu finden. Weder Ihre Besucher noch Google erwarten jedoch, dass Sie alle erdenklichen Interessen umfassend zufrieden stellen können. Wenn Sie dies berücksichtigen und von Ihrer Webseite zu weiterführenden externen Quellen verlinken, helfen Sie nun auch den nicht bei Ihnen fündig gewordenen Besuchern weiter. Sie bauen dadurch Ihren Expertenstatus aus und werden im Idealfall zu einem Hub, also einer Seite, die zu einem speziellen Thema vorwiegend zuerst angesteuert wird. Ausgehende Links sind also in vielerlei Hinsicht vorteilhaft und werden von Google honoriert.

Nutzen Sie dies für Ihr SEO Marketing und verlinken Sie zu jeweils thematisch passenden Qualitätsseiten. Zudem erhöhen Sie dadurch die Chance, auch von den verlinkten Seiten einen Link zu Ihrer Webseite zu erhalten, wodurch Sie gleichzeitig Ihren Backlinkaufbau unterstützen. Achten Sie in diesem Fall aber darauf, dass Sie sich untereinander auf unterschiedliche Seiten verlinken, da reziproke Links als Linktausch angesehen werden könnten und bei Google unter Umständen zu einer Abwertung führen.

Der Backlinkaufbau ist gegenüber Ihrer internen Verlinkung nur begrenzt von Ihnen steuerbar, da Sie naturgemäß nicht auf jeder gewünschten Webseite bestimmen können, wann, wo und wie zu Ihnen verlinkt wird. Sie können jedoch auf einige für Google wichtige Faktoren achten und dadurch Ihr SEO Marketing optimieren.

Hierzu zählt insbesondere die Backlinkqualität. Während beispielsweise Links aus Webverzeichnissen kaum noch für Google relevant sind, sind es Links von sogenannten Autoritäten insbesondere. Allgemein zählen zu den Autoritäten natürlich Seiten wie Wikipedia.de oder Spiegel.de, also Seiten, die jeder kennt, schätzt und nutzt. Im Speziellen sind Autoritäten jedoch abhängig von Branche und Thema. Suchen Sie deshalb bei Ihrem Backlinkaufbau in Ihrer Branche nach den Autoritäten, knüpfen Sie Kontakte und sprechen Sie über Möglichkeiten der Verlinkung. Finden können Sie die für Sie relevanten Autoritäten bei allen für Sie relevanten Keywords auf den ersten Plätzen.

Besonders wertvoll sind Links von Webseiten mit Domainendungen wie .gov oder .edu. Dies liegt daran, dass es sich um Regierungs- oder Universitätseinrichtungen handelt, denen Google eine besonders hohe Relevanz zuspricht. Jedoch ist es hier auch naturgemäß besonders schwierig, einen Backlink zu erhalten.

Backlinks haben grundsätzlich für Webseiten immer zwei relevante Vorteile. Neben den hier besprochenen positiven Auswirkungen für das SEO Marketing bringen Backlinks natürlich auch Besucher von den verlinkenden Seiten. Die positive SEO Marketing Wirkung des Backlinks kann jedoch entwertet werden, wenn Google mit dem Link der “Befehl” gegeben wird, dass es den Link nicht beachten soll. Diese Anweisung nennt sich nofollow und ist beispielsweise bei den meisten Blogs die mit WordPress arbeiten in den Kommentaren standardmäßig eingebaut. In diesem Fall ist für Google der Backlink schlicht nicht vorhanden. Es kommt somit nicht selten vor, dass Webseiten über sehr viele Backlinks verfügen, von denen aber nur sehr wenige Backlinks von Google gesehen und gewertet werden.

Achten Sie bei Ihrem Backlinkaufbau deshalb darauf, nicht nur von Blogs und Webverzeichnissen Backlinks aufzubauen, da hier die Wahrscheinlichkeit von nofollow Backlinks überdurchschnittlich hoch ist.

Nehmen wir einmal an, Sie sind auf chip.de und lesen dort einen Computer-Artikel. Würde es Sie nicht auch wundern, wenn dort ein Link zu einem Weinhändler platziert wäre? Da weder der Artikel noch das Portal etwas mit Wein zu tun haben, wäre dieser Link in diesem Umfeld für Besucher nur in Ausnahmefällen wirklich nützlich. Google sieht dies ebenso und wertet die Themenrelevanz der Links deshalb besonders hoch. Achten Sie bei Ihrem Backlinkaufbau darauf, dass Sie Links von Webseiten erhalten, die thematisch zu Ihrer Webseite passen.

Genauso ungewöhnlich ist es für Besucher und für Google, beispielsweise auf einer englischsprachigen Webseite einen Link zu einer deutschsprachigen Webseite zu finden. Natürlich ist dies keine absolute Seltenheit mehr im globalisierten Internet, aber die meisten Links werden nach wie vor innerhalb eines Sprachraums gesetzt. Beim Backlinkaufbau sollten Sie sich deshalb auf Webseiten konzentrieren, die in der eigenen Sprache verfasst sind.

Mit zwei oder drei guten Backlinks können Sie in vielen Nischenmärkten schon sehr viel erreichen, da dort noch kaum SEO Marketing betrieben wird und somit die Konkurrenz noch überschaubar ist. Trifft dies auf Ihre Branche aber nicht zu, dann müssen Sie beim Backlinkaufbau neben der Qualität der Backlinks auch auf deren Quantität achten.

Um das Adobe-Beispiel vom Beginn aufzugreifen: Es gibt unzählig viele Seiten im Internet, die alle mit dem Wort “hier” auf die identische Download-Seite des Acrobat Reader verlinkt haben. Für Google als Programm ist an dieser Stelle klar: Wenn so viele Seiten mit demselben Wort “hier” auf diese Seite verlinken, dann muss diese Seite für das Wort “hier” besonders wichtig sein. Dank des identischen Keywords in Verbindung mit der großen Anzahl an Backlinks kann somit sogar eine Seite mit einem Keyword auf Platz 1 gelangen, die überhaupt nichts mit dem Keyword zu tun hat. Wer nun aber glaubt, er könne diesen Erfolg für sich adaptieren und sich das restliche SEO Marketing sparen, der sollte sich schon mal extrem viel Zeit für den Backlinkaufbau einplanen.

Wie eben gesehen bedeuten viele Backlinks auf eine Seite für Google eine gewisse Relevanz. Aber auch hier gilt: Extreme sind schädlich, beispielsweise ausschließlich Backlinks auf die Startseite. Eine natürliche Verlinkung verläuft nach keinem klaren Schema. Wer einen Inhalt im Internet für Link-würdig hält, verlinkt den Inhalt direkt. Häufig ist dies auch die Startseite, aber die direkten Backlinks auf die HTML-Seiten (sogenannte Deeplinks) gehören dazu. Achten Sie deshalb bei Ihrem Backlinkaufbau darauf, dass Sie auch Ihre Link-würdigen HTML-Seiten direkt mit Backlinks versorgen.

Natürlich gibt es Webseiten, die bekommen wegen eines spontan aufgekommenen massentauglichen Themas kurzfristig sehr viel Zuspruch und werden kurzfristig sehr stark verlinkt. Dies ist aber eher die Ausnahme als die Regel. In den meisten Fällen verläuft das natürliche Backlinkwachstum langsam und stetig. Wenn Sie nun Ihren Backlinkaufbau in die Hände nehmen, sollten Sie sich auch daran orientieren. Wer heute beispielsweise 50 Backlinks auf seine Webseite setzt und dann nichts mehr tut, sollte sich nicht wundern, wenn Google misstrauisch wird. Setzen Sie stattdessen immer mal wieder ein oder zwei Backlinks zu Ihrer Webseite. Backlinkaufbau ist da wie Zähne putzen: Jeden Tag zwei Minuten wirken wahre Wunder. Einmal zwei Stunden am Stück zu putzen und dann lange nicht mehr, hat dagegen eher schädigende Auswirkungen.

Nehmen wir einmal an, Sie sichern sich 100 verschiedene Domains. Nun können Sie dort überall Inhalte publizieren und hätten die phantastische Möglichkeit, von dort einfach, schnell und völlig nach Ihren Wünschen Links zu Ihrer Webseite zu platzieren. 100 perfekte Backlinks, Backlinkaufbau kinderleicht, ein Traum! Genau, ein Traum. Denn so einfach, schnell und günstig diese Möglichkeit umgesetzt werden kann, genauso wird sie auch manipulativ millionenfach schon eingesetzt. Da für Google ein Backlink aber grundsätzlich eine Empfehlung darstellt und somit diese Verwässerung unterbinden will, nimmt es hierfür die IP-Adresse zu Hilfe. Da solche Domain-Netzwerke meist auf einem Server liegen, fallen 100 Backlinks von einer IP-Adresse schnell auf und werden von Google im positiven Fall nur als 1 Backlink gewertet; im negativen Fall können sie hingegen bis zum Google-Ausschluss führen. Der Aufwand lohnt sich somit maximal kurzfristig.

Selbiges gilt natürlich auch für alle anderen Webseiten. Wenn Sie von einer Webseite schon einen Backlink zu Ihnen haben, bringen Ihnen weitere Backlinks keinen weiteren Nutzen im Bezug auf Ihr SEO Marketing. Konzentrieren Sie sich deshalb bei Ihrem Backlinkaufbau lieber darauf, von möglichst vielen unterschiedlichen thematisch passenden Webseiten Backlinks zu Ihnen zu bekommen.

Nun gibt es auch clevere Zeitgenossen, die sich den eben erwähnten Traum nicht so einfach wegnehmen lassen wollen. Sie gehen “einfach” den Weg, ihre Domains auf verschiedene IP-Adressen aufzuteilen. Auch wenn dies mehr Kosten und Zeit beim Backlinkaufbau erfordert, so ist dadurch Google nicht mehr in der Lage, an der IP-Adresse ein Netzwerk zu erkennen. Doch Google hat auch hierfür eine Lösung gefunden: Verträge mit den Registraren. Für .de Domains ist dies beispielsweise die Denic. Wenn nun jemand die im Beispiel genannten 100 Domains registriert und entsprechende Backlinks setzt, kann Google auf Basis der identischen Eigentümer-Adresse erkennen, dass es sich auch hier um ein Domain-Netzwerk handelt.

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