Das Geheimnis des viralen Marketing –
wie Ihre Kunden kostenlos für Sie Werbung machen

Wer kann sich noch an die Zeit erinnern, in der fast täglich Manta-Witze erzählt wurden? Neben dem Spass, den eine ganze Generation beim Erzählen hatte, wurde nebenbei ein Produkt fast jedem Kind bekannt: Der Opel Manta. Das Auto war zu diesem Zeitpunkt zwar schon kein Unbekannter mehr, aber „die Allgemeinheit“ nahm erst mit diesem Hype richtig Kenntnis von dem späteren Kult-Auto. Diese Mund-zu-Mund-Propaganda wird heute im geschäftlichen Bereich auch virales Marketing genannt.

Was virales Marketing so interessant macht

Stellen Sie sich vor: Ihre Kunden kaufen nicht nur Ihr Produkt, sondern erzählen das auch freudestrahlend ihren Bekannten und Freunden, die das dann wiederum auch tun. Und dafür müssen Sie keine millionenschwere Werbekampagne machen oder ihre Produkte gar verschenken. Ist virales Marketing erfolgreich, passiert genau dies. Leider braucht man dafür aber auch eine Menge Glück, um den Zeitgeist der Masse genau zu treffen. Außerdem lässt sich virales Marketing nach seinem Start kaum steuern, sodass sich auch ungewünschte Effekte ohne direkte Einflussmöglichkeiten ergeben können. Wer aber dennoch sein Glück versuchen will, für den haben wir nachfolgend die wichtigsten „Zutaten“ für eine erfolgreiche virale Marketing Aktion zusammengestellt.

Die wichtigsten Zutaten für erfolgreiches virales Marketing

Eine außergewöhnliche Aktion
Gehen Sie mit Ihren Marketing-Aktionen abseits der eingetretenen Wege. Nur dann fallen Sie auf, weil die Masse das nicht erwartet hat. Nur dann schaffen Sie es, dass Ihre Zielgruppe überhaupt darüber nachdenkt, über Sie und Ihre Produkte zu reden. Warum beispielsweise nicht mal seine Werbebotschaft in Marktschreier-Art in der Fußgängerzone präsentieren? Oder Sie engagieren einen Straßenmaler, der Ihr Logo in ein ausgefallenes Bild in der Innenstadt einarbeitet.

Eine außergewöhnliche Aktion mit großem viralen Marketing Erfolg war z.B. die Aktion der Aktivistengruppe “The Yes Men”, die im November 2008 eine gut gefälschte New York Times Ausgabe auf den Straßen verschiedener US-Metropolen verteilten. Hierin standen nur Nachrichten, die sich viele Amerikaner zu diesem Zeitpunkt wünschten, z.B. die Meldung, dass der Irak Krieg beendet sei und die Truppen heimkommen. Im März 2009 wurde diese virale Marketing Aktion von der Aktivistengruppe „Attac“ in Deutschland mit einer ZEIT Ausgabe wiederholt, was ebenfalls zu einem großen Medienecho führte.

Mehrwert für Ihre „Werber“
Schaffen Sie für Ihre Zielgruppe einen Mehrwert, wenn diese über Ihre virale Marketing Aktion berichtet. Am Beispiel der o.g. Aktionen ist es z.B. die Zeitung, die sonst keiner hat, da sie in begrenzter Auflage und nur für begrenzte Zeit verteilt wurde. Oder auch die Tatsache, diese außergewöhnliche Aktion als einer von wenigen live erlebt zu haben und anderen darüber berichten zu können. Wichtig ist hierbei, dass es sich um einen wirklichen Mehrwert handelt. Niemand wird beispielsweise begeistert darüber erzählen, dass er Ihr Werbe-Plakat an einer Littfaßsäule gesehen hat. Was aber, wenn dieses Plakat durch phosphorisierte Farbe als Einiziges im Dunkeln leuchten würde…?!

Einfache Verbreitungswege
Dank des Internet ist es heute so einfach wie nie, schnell und günstig zu kommunizieren. So kostet mich eine E-Mail an alle meine Freunde und Bekannte fast nichts und ist schon in Sekunden erledigt. Und mit dieser E-Mail können genauso einfach wie Texte auch Bilder, Links, Audiodateien und vieles mehr verschickt werden. So können Sie beispielsweise Ihren ausgefallenen Werbespot in ein Web-kompatibles Format wandeln und bei Youtube einstellen, wo ihn sich jeder schnell und einfach ansehen und ihn weiterleiten kann. Oder Sie schreiben über Ihre ausgefallene virale Marketing-Aktion einen Bericht und stellen diesen in den beliebten Social-News Plattformen ein.

Bezug zum Produkt
Mit am wichtigsten ist aber der Bezug der viralen Marketing-Aktion zum Produkt. Eine perfekte virale Marketing Aktion ist sinnlos, wenn die Zielgruppe neben der Aktion nicht auch Ihr Produkt wahrnimmt. Denn Sie wollen ja nicht primär die Welt unterhalten, sondern ihr Produkt bekannt und beliebt machen.

Ein gutes Beispiel für schlechtes virales Marketing ist hier zu sehen:

Wahrscheinlich haben Sie diesen Spot damals auch gesehen und sich über die Dummheit des Fussball-Fans amüsiert. Wussten Sie, dass es ein Werbespot ist? Haben Sie erkannt, für welches Produkt? Wahrscheinlich nicht. Es handelt sich um eine virale Marketing Aktion von und für die Werbeagentur Neonred.

Virales Marketing mit Bezug zum Produkt könnte im Fall einer Wäscherei beispielsweise einen Wettbewerb darstellen, in dem die „schnellste Reinigung der Stadt“ gesucht wird. Bei dieser viralen Marketing-Aktion wird mit dem Produkt, der Kernkompetenz und dem Kundennutzen direkt geworben. Der neu geschaffene „Titel“ kann später zudem zu Marketing-Zwecken gut genutzt werden. Wenn nun noch im Rahmen der zeitlich begrenzten viralen Marketing-Aktion die Tester, also die Kunden, kostenlos reinigen dürfen, dann bauen die Kunden nicht nur den Bezug zum Produkt, sondern noch zur Wäscherei direkt auf.

Viel Geduld und noch mehr Glück
Wie schon Anfangs erwähnt: Viele gute virale Marketing-Aktionen verlaufen im Sande, weil der Zeitgeist der Masse einfach nicht getroffen wurde. Viele virale Marketing-Aktionen entfalten ihre eigentliche Wirkung auch erst mit deutlichem Zeitverzug. Somit sollte zwar an der Konzeption, Erstellung und dem Start der viralen Marketing-Aktion mit vollem Einsatz gearbeitet werden, aber an deren Wirkung nicht zu hohe Erwartungen geknüpft werden. Gerade bei viralen Marketing-Aktionen entscheidet nicht das Budget über den Erfolg, sondern neben der Kreativität besonders das Glück und die Geduld.

Virales Marketing: Zwei aktuelle Parade-Beispiele

Zum Schluss noch zwei aktuelle Beispiele von erfolgreichen viralen Marketing Aktionen in Video-Form. Schauen Sie sich diese in Ruhe an und entscheiden Sie selbst, ob sie es wert sind, anderen davon zu erzählen.

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4 Gedanken zu „Das Geheimnis des viralen Marketing –
wie Ihre Kunden kostenlos für Sie Werbung machen

  1. Daniel Gremm Consulting Autor des Beitrages

    @Joachim:

    Eine gute und ausgefallene Crowdsourcing Aktion. Ob es letztlich ein erfolgreicher Linkbait wird, kann man erst am Schluss sagen. Die Optik stimmt zumindest schonmal 😉 Ich wäre aber nicht mitten in den Ferien und mitten im Hochsommer damit gestartet. Aber das hängt ja letztlich von den Wünschen und Vorgaben des Kunden ab. Ich drück die Daumen!

  2. Schalkie

    Hi, sehr schicker Beitrag. Ich würde jedoch sagen das die Neonred Variante durchaus ihren Nutzen hat. Das Video haben sicher auch genug potentielle Kunden gesehen und auch wenn diese sicherlich nicht aufgrund des Videos zu Kunden werden (weil sie eben gar nicht wissen das es sich um eine Werbeagentur handelt) wird es doch bei konkreten Verhandlungen ein recht großer Bonus sein da das Video wirklich großen „Erfolg“ hatte. Es ist dann quasi ein zusätzliches Abschluss- Argument. Bei Unternehmen die nach einer Werbeagentur suchen und zufällig auf NeonRed stoßen könnte außerdem der Schriftzug wieder ins Gedächtnis gelangen.

    Natürlich sind die Beiden folgenden viralen Videos besser allerdings mit Sicherheit auch mit deutlich mehr Budget erstellt worden.

    greez Schalkie

  3. Daniel Gremm Consulting Autor des Beitrages

    @Schalkie:

    Dank Dir. Aus dieser Sichtweise hast Du sicher recht: Ein Meisterstück in Sachen Lustiges Video und seiner sehr schnellen weltweiten Verbreitung ist es in jedem Fall, und kann somit auch als Referenz und Abschluss-Argument verwendet werden. Aber Du sagst es ja auch selbst: „weil sie eben gar nicht wissen das es sich um eine Werbeagentur handelt“. Was hätte es für das Video und dessen Effekt für einen Unterschied gemacht, wenn man deutlich (!) auf die Autotür den Firmennamen in Verbindung mit z.B. „Werbeagentur“ geschrieben hätte? Oder auch im Abspann hinter Neonred noch Werbeagentur platziert hätte? Auch eine URL an dieser oder jener Stelle hätte einen positiven Effekt gebracht, ohne das Video in seiner Art zu beeinflussen. Würden das nicht auch potentielle Kunden denken? Auch die eigene Branche hätte dann klar den Ursprung des Videos erkannt, was sie im Übrigen zu der Zeit des Hypes überwiegend nicht hat…
    Ein Video, das inhaltlich keinen direkten Produktbezug hat und das zumindest unterbewusst das Verlangen nach dem Produkt auslöst, kann zwar belustigend seinen Erfolg haben, ist aber als virale Marketing Aktion aus meiner Sicht unbrauchbar. Das unterscheidet auch das WM-Video von den anderen beiden. Wobei in Bezug auf das Budget das Samsung-Video ebenfalls nicht den Rahmen sprengt, aber dafür die Idee umso genialer ist; das fällt einem Marketer nicht mal eben beim Abendessen ein 😉 Hier kann man bei Youtube & Co. perfekt sehen, wieviele sich den Kopf darüber zerbrochen haben, was das Samsung-Handy u.a. für Funktionen hat/ haben muss, um das zu realisieren. Wer will ein solches Handy nicht haben (auch wenn es natürlich nur ein Trick ist)?! Perfekter kann man die potentielle Zielgruppe fast nicht mit einem neuen Produkt und dessen Funktionen in Verbindung bringen.

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