Google PageRank -
10 Gründe, warum er NIE sterben wird

Web-weit verbreitet sich derzeit eine Angst schneller als die Schweinegrippe in der realen Welt: Stirbt der Google PageRank, oder ist er gar schon tot? So schreibt Martin Mißfeldt in seinem Blog tagSeoBlog, dass sich “im Grunde doch alle darüber einig sind, dass der pageRank nur noch – bestenfalls – minimalen Einfluss auf das Ranking hat.”

Jan Tißler stimmt auf t3n mit ein und stellt fest, dass “man einen PR von 8 haben und dennoch bei wichtigen Suchbegriffen nicht auf Platz 1 stehen kann.”

Heiner Hemken macht den Sack dann zu und schaltet auf seinem Blog SEO-united gar schon eine Todesanzeige für den Google PageRank. Also: Ist es nun an der Zeit, um den Google PageRank zu Trauern?

Weit gefehlt! Der Google PageRank ist so lebendig wie eh und je und wird auch noch sehr lange weiterleben. Entgegen der derzeit emotional hochkochenden Stimmung sprechen folgende 10 rationale Gründe dafür, dass der Google PageRank nie sterben wird:

Der Google PageRank ist einfach und verständlich

Suchmaschinenoptimierung wird immer komplexer. War es vor vielen Jahren für eine gute Position ausreichend, einfach nur die Meta Keywords entsprechend auszufüllen, so sind heute schätzungsweise 200 Faktoren dafür verantwortlich, wer wo bei Google positioniert ist. Der Google PageRank ist da für viele der Fels in der Brandung. Er veranschaulicht nach wie vor einfach in Form eines grünen Balkens, wie die eigene Seite gegenüber anderen Seite aufgestellt ist, quasi eine Art Schulnote. Auch wenn sich die Bewertungs- und Gewichtungskritierien im Hintergrund des Google PageRank kontinuierlich ändern, so ist doch für die Allgemeinheit mit dem Google PageRank Balken die Welt noch in Ordnung. Diese “Zufriedenheit der Masse” wird Google ohne Zwang nicht riskieren.

Der Google PageRank ist bekannt

In unserer globalisierten Welt und im sich stetig neu-erfindenden Internet wird es immer schwerer, eine Marke aufzubauen. Bekanntheit zu erwerben, insbesondere international, bedeutet zudem neben cleverer Marketing-Maßnahmen auch ein großes finanzielles Investment. Im Suchmaschinenmarkt und sogar weit darüber hinaus hat es Google geschafft, den Google PageRank zu etablieren. Warum sollte Google diese Marke einfach so wegwerfen?

Der Google PageRank ist kostenlos

Mit steigendem Wettbewerb im Markt steigt auch vielfach der Wettbewerb um die begehrten ersten 10 Positionen bei Google. Entsprechend wird auch die Suchmaschinenoptimierung aufwändiger und teurer. Der Google PageRank ist kostenlos. Jeder kann ihn in wenigen Sekunden aktuell über unzählige kostenlose Tools abfragen. Auch wenn seine Aussagekraft umstritten ist, so bedienen sich doch nach wie vor viele private Nutzer und kleinerer Firmen des Google PageRank zur Einschätzung ihrer Internet-Situation. Damit hat Google vielfach den direkten Draht zum Endkunden und ein jahrelanges Vertrauensverhältnis aufgebaut, das Google nicht ohne weiteres aufgeben wird.

Der Google PageRank ist ein Alleinstellungsmerkmal (USP)

Google ist zwar weiterhin die klar führende Suchmaschine im Markt, muss sich jedoch trotzdem mit der Konkurrenz beschäftigen; erst vor Kurzem wurde bekannt, dass sich Microsoft und Yahoo im Suchmaschinengeschäft zusammentun um mit der neuen Suchmaschine Bing näher zu Google aufschließen zu können. Neben der kontinuierlichen Verbesserung der Suche arbeitet Google natürlich auch an zusätzlichen Funktionen, um sich von der Konkurrenz abzuheben (z.B. Google Squared). Der Google PageRank ist ebenfalls ein solches Alleinstellungsmerkmal, dass die Konkurrenz in dieser Art und Bekanntheit nicht vorweisen kann. Warum sollte Google diesen Wettbewerbsvorteil aufgeben?

Der Google PageRank ist ein Steuerungsinstrument

Suchmaschinenoptimierer versuchen mit allen Mitteln, sich oder ihre Kunden möglichst gut bei Google zu positionieren. Diejenigen Suchmaschinenoptimierer, die dafür zu unlauteren Mitteln greifen (sog. BlackHats), sind Google natürlich ein Dorn im Auge, da sie die Ergebnisseiten verfälschen. Da der Google PageRank sich über viele Jahre ein Grundvertrauen insbesondere bei den Endkunden aufgebaut hat, ist eine Google PageRank Veränderung immer auch eine Bestätigung oder Widerlegung von Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierer. Somit kann Google durch seine PageRank Veränderungen (indirekt über die Endkunden) Einfluss auf Suchmaschinenoptimierer nehmen und damit die Probleme durch BlackHat Suchmaschinenoptimierer zumindest etwas bändigen. Warum sollte Google dieses Steuerungsinstrument einfach wegwerfen?

Der Google PageRank ist eine Wirtschaftsgrundlage

Google braucht die Suchmaschinenoptimierer letztlich genauso zum langfristigen Erfolg, wie die Suchmaschinenoptimierer Google brauchen. Die meisten Suchmaschinenoptimierer sind nicht im HighEnd Segment tätig sondern arbeiten nach wie vor mit den Basics der Suchmaschinenoptimierung. Dazu gehört auch der Google PageRank, da dieser wie erwähnt ein einfaches und plastisches Instrument für die Endkunden ist, die durch viele Suchmaschinenoptimierer betreut werden. Ohne den Google PageRank würde vielen Suchmaschinenoptimierern die Arbeit deutlich erschwert und teils unmöglich gemacht werden, was letztlich auch die Marktmacht von Google beeinträchtigt. Ohne Not wird Google dies nicht riskieren.

Der Google PageRank bietet Kundenbindung

Wie schon erwähnt schläft die Suchmaschinenkonkurrenz nicht. Kundenbindung spielt deshalb insbesondere im Internet eine immer wichtiger werdende Rolle. Wen sich nun viele Endkunden jahrelang an den Google PageRank gewöhnt haben und sich hier einen stetig besseren Google PageRank erarbeitet haben, werden sie dies nicht einfach aufgeben wollen. Auch wenn Bing morgen z.B. einen Bing GatesRank auf den Markt bringen würde, müssten Microsoft und Yahoo erstmal das Vertrauen zu ihrem Instrument aufbauen. Diese erarbeitete und wertvolle Kundenbindung gibt Google nicht einfach so auf.

Der Google PageRank ist ein PR-Instrument

Unabhängig von der Qualität und Aussagekraft des Google PageRank ist dieser heute auch ein gutes PR-Instrument für Google. Wird dieser, wie z.B. aktuell, seltener aktualisiert, ergibt sich sofort eine große Diskussion im Netz. Google kann sich somit sogar durch Nichts-Tun zum Thema machen. Viel wichtiger aber ist, dass Google durch Veränderungen am Google PageRank jederzeit die Aufmerksamkeit sicher hat. Dadurch könnte Google auch, z.B. bei Veröffentlichungen der Konkurrenz, durch eine gleichzeitig Veränderung beim Google PageRank einen Teil der Aufmerksamkeit von der Konkurrenz abziehen. Dieses PR-Instrument wird Google nicht freiwillig aufgeben.

Der Google PageRank ist eine persönliche Verewigung

In der heutigen schnelllebigen Zeit haben viele schon vergessen, wer Google “damals” gegründet hat, es waren Sergey Brin und Larry Page. Von letzterem kam auch die Namensgebung des Google PageRank. Durch den riesigen Erfolg von Google ist auch der Google PageRank weltbekannt geworden. Auch wenn dieser “Larry Page Faktor” letztendlich nicht entscheidungsrelevant ist, so dürfte der Gründer Larry Page doch auch ein persönliches Interesse haben, sein “Baby” PageRank nicht sterben zu sehen.

Schwankungen bei Google PageRank Aktualisierungen sind normal

Und last but not least: Betrachtet man sich die Chronologie der Google PageRank Aktualisierungen so fällt auf, dass es kein einheitliches Muster gibt. So gab es entsprechende Veränderungen schon nach 28 Tagen genauso, wie es Veränderungen erst nach 179 Tagen gab. Mit aktuell (20.10.09) 118 Tagen seit dem letzten Google PageRank Update liegen wir somit historisch gesehen in einem völlig normalen Umfeld.

Der Google PageRank ist tot – lang lebe der Google PageRank!

Rational und wirtschaftlich betrachtet lässt man keine weltweit erfolgreiche Marke ohne zwingende Gründe sterben, erst recht nicht im harten Wettbewerb im Internet. Es ist deshalb davon auszugehen, dass Google sich wie bisher nicht in die Karten schauen lässt und die Aktualisierungen sowie die Grundlagen des PageRank komplett variabel hält. Insbesondere, um die Aufmerksamkeit hoch zu halten und, wie aktuell zu sehen, noch zu erhöhen.

Abschließend noch ein Video von Matt Cutts, einem Software Ingenieur im Google Search Quality Team und in der SEO-Szene als die Stimme von Google bekannt. Hier verrät er, was es mit dem Pagerank auf sich hat und wie man ihn erhöhen kann. Wie immer steckt auch in dieser Persiflage auch ein Funken Wahrheit. Viel Spass beim Suchen ;-)

Was denken Sie über den Google PageRank?

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar. Auch Ihre Fragen rund um den Google PageRank sind hier Herzlich Willkommen.

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10 Antworten auf Google PageRank -
10 Gründe, warum er NIE sterben wird

  1. Birger sagt:

    Ich halte nicht viel vom PR und deine Argumente sind sicherlich korrekt, aber das Wesentliche Argument gegen den PR ist doch, dass dieser den Linkkauf fördert. Und Linkkauf ist etway, was Google mit allen Mitteln zu verhindern versucht. Allein aus diesem Grund erscheint mir aus Googles Sicht ein Abschaffen des PageRank für sinnvoll.

  2. Igor sagt:

    Der PR ist interessant und einfach aussagefähig, jedoch gibt es auch andere aussagefähige Tools, wie Alexa und Netcraft.

    Igor

  3. Mr. Zero Page sagt:

    Hi Daniel! Guter Artikel. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß der Pagerank jetzt so plötzlich in der Versenkung verschwinden wird – auch wenn viele den Hype in der Szene gerade munter herumtragen. Letztlich würden sich wieder alle auf eine andere, alternative “Kenngröße” wie Alexa stürzen. Ich finde, der Pagerank ist sogar eine sehr gute und nützliche Sache. Das Problem ist leider nur, daß niemand (außer Google) so recht weiß, wie der PR-Wert zu bewerten ist. Würde Google dem Pagerank einen ordentlich Maßstab (z.B. Wert der eigehenden Link) geben, wäre der Pagerank ein interessantes Tool zur “Erstbewertung” einer Seite.

  4. Punkt 11:
    weil die Blöden so schnell nicht aussterben werden…

  5. Florian sagt:

    Sehr schöne Argumentation!
    Besonders die marketingtechnischen Aspekte sehe ich als sehr wichtig an und gehe auch nicht davon aus, dass der PR “stirbt”. Allein die ganzen Diskusionen, welche jetzt wieder über den PR enfachen sind super Marketing und vielleicht sogar gewollt.

  6. LeadTraffic sagt:

    Punkt 11: Weil die Linktauscher dann keine Währung mehr hätten…

  7. Ich bin überzeugt davon, dass der öffentliche PR sterben muss, da dies aktiv den Linkverkauf fördert und damit den PR wertlos macht. Man muss nur mal die vielen Linkwüsten ansehen die der PR produziert hat.

    Ebenfalls gibt es genügend andere Kenngrößen die kostenlos sind und die SEOs schon lange verwenden, alexa iss bekannt, seitwert, seomoz und es gibt viele andere mehr. Der Trust ist jetzt schon viel wichtiger als der PR. Wer weiß, vielleicht hat Google was anderes in Petto.

    Sind wir uns ehrlich, das einzige was zählt sind die SERPs und die Conversion Rate. Kein Traffik, kein Sichtbarkeitsindex, kein PageRank und kein Trust ist so wichtig wie diese beiden Größen.

  8. tanalahy sagt:

    Nicht ganz unwichtig ist die Entwicklung, dass der Google PR dank exzessiver Abstrafungen und Schnüffeleien mittlerweile ein recht negatives Image transportiert. Dollar und Google sind eben schon Dinosaurier, auch wenn es ein wenig schmerzt.

  9. Frank sagt:

    Hach, da wird ganz sicher irgendwann ein EU-Kommissar daherkommen und erklären, dass der PageRank gegen irgendwelche europäischen Wettbewerbsrichtlinien und gegen die Anti-Diskreminierungsrichtlinien sowieso verstößt. Und wahrscheinlich täte er dies mit Recht.

  10. Manuela H. sagt:

    Sehr interessant. Lustiges Video, das mit dem PR, ich finde er hat schon an wichtigkeit verloren in letzter Zeit, die leute merken einfach, dass ein höherer PR nicht umbedingt mehr Besucher bringt.

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