Nach Wagner werden unter Finanzdienstleistungen “marktfähige Leistungen verstanden, die finanzwirtschaftliche Kundenbedürfnisse ganz oder teilweise erfüllen und Ergebnisse eines Dienstleistungsprozesses darstellen.
Finanzdienstleistungen werden gemeinhin in vier grundlegende Leistungsklassen differenziert und umfassen Zahlungsverkehrs- und Transaktionsleistungen, Anlageleistungen, Finanzierungs- sowie Versicherungsleistungen” [Wagner, P.O. (1999): Finanzdienstleister im Electronic Commerce, Wiesbaden 1999, S. 15].
Finanzdienstleistungen weisen besondere Merkmale auf, die sie von anderen Leistungen abgrenzen. So ist die Immaterialität zu nennen, die die Unstofflichkeit beschreibt und reine Verrichtungen darstellen. Die Abhängigkeit von einem externen Faktor zeichnet Finanzdienstleistungen ebenfalls aus. Ohne die Einbringung einer Information oder eines Gutes des Kunden kann keine Finanzdienstleistung entstehen. Auch die Nichtlager- und Nichttransportfähigkeit zählen zu den Merkmalen. So stehen Finanzdienstleistungen nur zu bestimmten Zeiten an bestimmten Stellen zur Verfügung. Beispielsweise sind die Dienstleistungen einer Bank nur während ihrer Öffnungszeiten verfügbar und lassen sich nicht auf einen anderen Zeitpunkt oder Ort verschieben. Des Weiteren können Finanzdienstleistungen sowohl homogen als auch heterogen sein. Während beispielsweise Überweisungen für jeden Kunden an jedem Ort weitgehend identisch sind, ist eine Vermögensberatung eine auf jeden einzelnen Kunden individuell zugeschnittene Dienstleistung. Der abgeleitete Bedarf gehört ebenfalls zu den Finanzdienstleistungsmerkmalen. Meist entstehen Dienstleistungen in Bezug zu einem realen Gut, beispielsweise die Aufnahme eines Kredites zum Kauf eines Produkts. Abschließend ist als Merkmal die Qualitätsbeurteilung zu nennen. Während bei physischen Produkten die Qualitätsprüfung zu verschiedenen Zeitpunkten möglich ist, ermöglichen Dienstleistungen aufgrund ihres immateriellen Charakters diese erst nach ihrer Verrichtung [Vgl. Bitz, M. (1997): Finanzdienstleistungen, 3. Aufl., München 1997, S. 1 ff.; Wagner, P.O. (1999): Finanzdienstleister im Electronic Commerce, Wiesbaden 1999, S. 15 ff.; Maleri, R. (2001): Grundlagen der Dienstleistungsproduktion, in: Bruhn, M., Meffert, H., Handbuch Dienstleistungsmanagement, 2. Aufl., Wiesbaden 2001, S. 128 ff.].
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Quelle: Berufsbegleitende BWL-Diplomarbeit zum Thema “Die Auswirkungen des Internets auf das Marketing von Finanzdienstleistungen” von Daniel Gremm aus dem Jahr 2007.
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