Die 10 teuersten E-Commerce Fehler (Teil 2)

Teil 2 des Artikels Die 10 teuersten E-Commerce Fehler.

E-Commerce Fehler 6: Sie verwenden fremde Markennamen in AdWords

Sowohl der Europäische Gerichtshof (EuGH) als auch das höchste deutsche Zivilgericht haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit der Frage befasst, ob die Nutzung fremder Markennamen zu eigenen Werbezwecken über den Googledienst AdWords zulässig ist. Das bisherige Ergebnis: Es kommt drauf an. Obwohl nicht mehr jede Nutzung eines fremden Markennamens eine unzulässige Markenrechtsverletzung darstellt, ist für die Frage der Zulässigkeit noch immer auf die konkrete Gestaltung der jeweiligen AdWords-Anzeige entscheidend. Der Bundesgerichtshof hat relativ klare Kriterien aufgestellt, die – abgestimmt auf den jeweiligen Einzelfall – zwingend beachtet werden müssen.

E-Commerce Fehler 7: Sie haben kein Impressum in Ihren Social Media Portalen

Auch Unternehmensprofile in sozialen Netzwerken wie facebook stellen einen geschäftsmäßigen Auftritt dar, der aufgrund seiner relativen Selbständigkeit von der Homepage des Unternehmens der Kennzeichnungspflicht nach § 5 des Telemediengesetzes (TMG) unterliegt. Ein Verstoß gegen die Impressumspflicht stellt einen abmahnfähigen Wettbewerbsverstoß dar, der nach dem UWG durch Verbraucher und berechtigte Vereine verfolgt werden darf. Dabei ist zu empfehlen, sich nicht auf die Zwei-Klick-Lösung zu verlassen, sondern das vollständige Impressum direkt in das Onlineprofil einzubinden.

E-Commerce Fehler 8: Sie bezeichnen sich als Geschäftsführer/CEO/Director, obwohl Sie Einzelunternehmer sind

Das OLG München hat mit Urteil vom 14.11.2013 – 6 U 1888/13 die Verwendung der Bezeichnung „Geschäftsführer“ für den Inhaber eines Einzelunternehmens als irreführend erachtet und hierin einen Verstoß gegen die Anbieterkennzeichnungspflicht gesehen. Je nach konkreter Gestaltung des Impressums könnte der Leser über die Unternehmensgröße getäuscht werden, was durch die Kennzeichnung gerade vermeiden werden soll. Also ist auch hier Vorsicht geboten und Zurückhaltung oft mehr wert als die vermeintlich wirksame Außendarstellung.

E-Commerce Fehler 9: Sie binden Facebook-Buttons & Co. in Ihren Shop ein

Bei der Einbindung der sogenannten Like- oder 1+-Buttons ist Vorsicht geboten. Spätestens seit das OLG Hamburg mit einer Entscheidung vom 27.06.2013 – 3 U 26/12 – bestätigt hat, dass auch Verstöße gegen datenschutzrechtliche Vorschriften abgemahnt werden können. Da die Plug-Ins zum Teil auch Daten sammeln und versenden, obwohl sie durch den Seitenbesucher gar nicht benutzt werden, äußern die deutschen Datenschutzbehörden schon seit einigen Jahren Bedenken gegen die Einbindung. Auch eine einfache Einwilligung des Internetnutzes soll nicht ausreichend sein. Die datenschutzkonforme Einbindung des Dienstes muss daher von Anfang an erfolgen, damit das Kind gar nicht erst in den Brunnen fallen kann.

E-Commerce Fehler 10: Sie haben die Newsletter-Anmeldung im Bestellprozess vorselektiert

Damit die Versendung eines Newsletters zulässig ist, muss der Empfänger ausdrücklich seine Einwilligung in den Empfang erteilen. Hier hat sich das sogenannte Double-Opt-In-Verfahren durchgesetzt. Der zukünftige Empfänger des Newsletters muss dabei nochmals gesondert in einer E-Mail des Versenders bestätigen, dass er den Empfang wünscht, die bloße Adresseingabe ist nicht ausreichend. Besonders wichtig ist hier für den Unternehmer, dass die Einwilligung unter Einhaltung der geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen nachweisbar protokolliert wird. Andernfalls kann bereits der Versand der Bestätigungs-E-Mail unzulässige Werbung sein.

Nachschlag aufgrund der großen Nachfrage: Weitere fünf häufige E-Commerce Fehler

Veröffentlicht von Daniel Gremm - Online Marketing Berater und IHK-Trainer

Online Marketing Berater und IHK-Trainer - 20-jährige Praxiserfahrung - Diplom-Kaufmann

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